Allgemeine Wissenschaft · Frage
Welcher psychologische Begriff bezeichnet den Stress, widersprüchliche Überzeugungen aufrechtzuerhalten?
Antwort
Kognitive Dissonanz
Der Hintergrund zur Antwort
Kognitive Dissonanz ist das mentale Unbehagen, das auftritt, wenn Überzeugungen, Einstellungen oder Handlungen in Konflikt geraten — etwa Gesundheit schätzen, aber rauchen. Um diesen Stress zu verringern, ändern Menschen oft eine Überzeugung, passen ihr Verhalten an oder rationalisieren („Ich rauche nur am Wochenende“). Leon Festinger prägte den Begriff 1957; in einer klassischen Studie überzeugten sich Teilnehmende, die 1 Dollar fürs Lügen bekamen, später davon, dass die Aufgabe Spaß gemacht hatte — sie reduzierten die Dissonanz, indem sie ihre Einstellung änderten. Merke: „Dissonanz = Unklang in deinen Gedanken“. Die anderen Optionen passen nicht: „gespaltenes Gehirn“ bezieht sich auf durchtrennte Verbindungen zwischen den Hemisphären; „Blindsehen“ ist Reagieren auf visuelle Reize ohne bewusstes Sehen; das „Wankelmut-Syndrom“ ist kein geläufiger psychologischer Fachbegriff.