Mittelalter · Frage
Wer verfasste «De civitate Dei» («Der Gottesstaat»), ein Schlüsselwerk, das das mittelalterliche christliche Denken prägte?
Antwort
Augustinus von Hippo
Der Hintergrund zur Antwort
Er verfasste De civitate Dei nach der Plünderung Roms im Jahr 410, um das Christentum gegen heidnische Kritiker zu verteidigen. Das Werk kontrastiert die «Gottesstadt», bestimmt durch die Liebe zu Gott, mit der «irdischen Stadt», die von Selbstliebe getrieben ist, und deutet die Geschichte als von göttlicher Vorsehung gelenkt. Dieses Deutungsraster prägte mittelalterliche Vorstellungen von Politik, Geschichte und dem Verhältnis von Kirche und Staat tiefgreifend. Auf Latein zwischen 413 und 426 entstanden, wurde es zu einem Grundpfeiler der westlichen Theologie und beeinflusste Lehren über Gnade, Erbsünde und den gerechten Krieg. Zum Vergleich: Hieronymus schuf die lateinische Vulgata; Ambrosius war ein einflussreicher Bischof und Morallehrer; Thomas von Aquin entwickelte viel später die Scholastik um Aristoteles in der Summa theologiae.