Mittelalter · Frage
Welches Konzil trug 1417 zur Beendigung des Abendländischen Schismas bei?
Antwort
Konzil von Konstanz
Der Hintergrund zur Antwort
Während des Abendländischen Schismas (1378–1417) stand die Christenheit rivalisierenden Papstansprüchen in Rom, Avignon und Pisa gegenüber. Dieses Konzil (1414–1418), unterstützt von Kaiser Sigismund, setzte die konkurrierenden Päpste ab oder nahm deren Rücktritt an — entfernte die Pisaner und Avignoner Prätendenten und anerkannte den Rücktritt Gregors XII. — und wählte 1417 Martin V., womit eine einheitliche Papstlinie wiederhergestellt und das Schisma beendet wurde.
Über die Wiederherstellung der Einheit hinaus wurde es zu einem Meilenstein des „Konziliarismus“, der Idee, dass ein Allgemeines Konzil Vorrang vor einem Papst haben könne. Es verurteilte auch den Reformator Jan Hus, der 1415 trotz eines zugesagten Geleits hingerichtet wurde — ein Akt, der anhaltende Kontroversen auslöste und später die Hussitenkriege befeuerte. Obwohl Einheit erreicht wurde, blieben viele erhoffte Strukturreformen der Kirche weitgehend unerfüllt.