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Mittelalter · Frage

Was ist das mittelalterliche christliche Konzept des Ablasses, das oft mit dem Kreuzzugsgedanken verbunden ist?

Antwort

Minderung der zeitlichen Sündenstrafen

Der Hintergrund zur Antwort

Ein Ablass setzte in der mittelalterlichen Theologie die zeitlichen Strafen für Sünden herab, nachdem die Schuld in der Beichte vergeben worden war. Er tilgte nicht die Sünde selbst, garantierte keinen Himmelseintritt und erlaubte nicht, Erlösung zu kaufen; vielmehr betraf er die verbleibende Buße bzw. Zeit im Fegefeuer. Im Zusammenhang mit den Kreuzzügen gewährten Päpste den Teilnehmern einen vollkommenen Ablass – die vollständige Erlassung dieser zeitlichen Strafen –, berühmt erstmals beim Ersten Kreuzzug, als Urban II. 'Remission' denen versprach, die das Kreuz nahmen. Begründet wurde dies mit der Vollmacht der Kirche zu binden und zu lösen sowie mit dem Gnadenschatz Christi und der Heiligen, der den Gläubigen unter Bedingungen wie Reue, Beichte und Werken der Nächstenliebe angewandt wurde. Obwohl spätere Missbräuche (etwa der Ablasshandel) Kontroversen auslösten und die Reformation befeuerten, war die ursprüngliche Idee ein geistlicher Nutzen, gebunden an aufrichtige Umkehr und anspruchsvolle Werke, einschließlich des extremen Opfers eines Kreuzzugs.

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