Mittelalter · Frage
Wahr oder falsch: Klöster boten häufig Wohltätigkeit und Gastfreundschaft.
Antwort
Wahr
Der Hintergrund zur Antwort
Im mittelalterlichen Europa fungierten Klöster als soziales Sicherheitsnetz. Nach der Benediktsregel – «Alle Gäste sollen aufgenommen werden wie Christus» – unterhielten die Mönche Gästehäuser für Reisende und Pilger, gaben Almosen und Nahrung an die Armen und betrieben Infirmerien, die als frühe Krankenhäuser dienten. Stiftungen, Zehnten und eigene landwirtschaftliche Güter finanzierten diese Fürsorge, besonders in Zeiten von Hungersnöten oder Seuchen.
Die Ausprägungen der Orden unterschieden sich – cluniazensische Häuser betonten Liturgie und Gastfreundschaft, Zisterzienser eher ländliche Armenfürsorge –, doch die meisten Gemeinschaften sahen die Sorge für Fremde und Bedürftige als religiöse Pflicht. Obwohl manche die monastische Wohlhabenheit kritisierten, blieben Klöster lange vor zentralisierten Staatssystemen entscheidende Träger der Wohlfahrt und boten sogar Zuflucht und Bestattung für diejenigen, die es sich nicht leisten konnten.