Mittelalter · Frage
Wie nennt man in einer mittelalterlichen Stadt eine Gruppe von Arbeitern desselben Handwerks?
Antwort
Zunft
Der Hintergrund zur Antwort
In mittelalterlichen Städten legten Zusammenschlüsse von Menschen desselben Handwerks Regeln für Qualität, Preise und Ausbildung fest. Den Zugang zum Beruf regelten sie über das System Lehrling–Geselle–Meister und verlangten für den vollen Status ein „Meisterstück“. Zudem boten sie gegenseitige Hilfe, finanzierten Kapellen und Wohltätigkeit und hatten erheblichen Einfluss auf die Stadtpolitik, oft mit Monopolen auf ihr Gewerbe. Zur Klärung der Optionen: Eine Bruderschaft war vor allem eine religiöse oder devotional geprägte Gemeinschaft; das Zunfthaus war das Gebäude, in dem sich die Mitglieder trafen; und obwohl manche Körperschaften Rechtsstatus hatten, ist „Korporation“ ein späterer juristischer Begriff, der nicht spezifisch für diese Handwerksvereinigungen ist. Kaufmanns- und Handwerksverbände prägten das Stadtleben – von Londons Livery Companies bis zum Städtebund der Hanse.