Mittelalter · Frage
Was ist ein burh im angelsächsischen England?
Antwort
Eine befestigte Stadt
Der Hintergrund zur Antwort
Vor allem unter König Alfred und seinen Nachfolgern entstanden diese defensiven Stadtzentren, die von Gräben, Erdwerken und hölzernen (später steinernen) Mauern umgeben waren, um die örtliche Bevölkerung vor Wikingerüberfällen zu schützen. Sie beherbergten Garnisonen, lagerten Vorräte und konnten rasch von der lokalen Miliz (fyrd) bemannt werden. Das Burghal Hidage, ein Dokument des 10. Jahrhunderts, listet viele davon sowie die Steuerpflichten zu ihrer Unterhaltung auf.
Mit der Zeit wurden diese Orte zu Verwaltungszentren und Anziehungspunkten für Handel; Märkte und Handwerke florierten hinter ihren Mauern. Viele spätere englische Städte gingen aus ihnen hervor und bewahrten Namensendungen wie -bury, -borough oder -burgh (z. B. Salisbury, Peterborough). Es handelte sich nicht um Grabhügel (barrows) oder klösterliche Gemeinschaften, sondern um planmäßig angelegte, befestigte Siedlungen.