Mittelalter · Frage
Wie nennt man die mittelalterliche Praxis, Bücher mit Blattgold zu verzieren?
Antwort
Vergoldung
Der Hintergrund zur Antwort
Vergoldung ist die Technik, hauchdünne Goldblättchen auf Manuskriptseiten aufzubringen — oft auf Initialen, Rändern und Heiligenscheinen — und sie anschließend bis zum Spiegelglanz zu burnieren. Handwerker legten einen klebrigen Grund wie Kreidegrund (Gesso) oder Glair (Eiweiß) an, setzten das Blatt auf und polierten es mit einem Achat- oder Hundezahn-Polierstein, damit die Seite das Kerzenlicht einfängt und göttlichen Glanz sowie königliches Prestige suggeriert. Gold war geschätzt, weil es nicht anläuft und seinen Glanz über Jahrhunderte bewahrt.
Demgegenüber bezeichnet Illumination die umfassendere Buchmalerei mit Farbe und gelegentlich Gold; Punzieren meint eingedrückte Muster im Leder (besonders an Einbänden); und Reliefprägung erzeugt erhabenes Relief. Prunkvolle Werke wie karolingische und gotische Psalter veranschaulichen dieses funkelnde Handwerk.