Mittelalter · Frage
Wie nennt man ein Mitglied eines Bettelordens?
Antwort
Bettelbruder
Der Hintergrund zur Antwort
Bettelorden – etwa Franziskaner und Dominikaner – bezeichneten ihre Mitglieder als fratres („Brüder“); daraus leitet sich der Begriff Bettelbruder ab. Sie lebten radikale Armut, besaßen kein Eigentum und lebten von Almosen (von lat. mendicare, „betteln“), um in städtischen Milieus zu predigen, zu lehren und zu dienen. Das unterscheidet sie von Mönchen, die meist zurückgezogen und selbstversorgend im Kloster lebten; ein Novize ist nur ein Ordensanwärter; und „Priester“ bezeichnet die Weihe, nicht eine eigene Lebensform. Entstanden im 13. Jahrhundert in einer Phase des Städtebooms und kirchlicher Reformen, wurden diese Orden zu intellektuellen Zentren – man denke an Thomas von Aquin bei den Dominikanern – und prägten Universitäten und Predigtbewegungen.