Mittelalter · Frage
Was ist eine „Zugbrücke“?
Antwort
Eine Brücke, die zu Verteidigungszwecken hochgezogen werden kann
Der Hintergrund zur Antwort
In mittelalterlichen Befestigungen war der Zugang über den Burggraben eine gelenkige Fahrbahn am Torhaus. Mit Ketten, einer Winde und oft Gegengewichten konnten die Verteidiger sie senkrecht hochziehen, den Eingang versiegeln und eine glatte Barriere bilden. Herabgelassen erlaubte sie den Verkehr; hochgezogen machten Graben und Mauer eine durchgehende Verteidigung, oft mit einem Fallgatter dahinter. Der Name bezieht sich auf das Hochziehen. Später entwickelte die Technik daraus städtische Klappbrücken, doch die Burgform diente primär der Verteidigung. Anders als eine seitlich schwenkende Drehbrücke, eine zum Einsturz gebrachte „Fallen“-Brücke oder provisorische Belagerungsstege war sie ein dauerhaftes, kontrollierbares Torwerk.