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Mittelalter · Frage

Was ist ein „Zunftmeister“?

Antwort

Der ranghöchste Handwerker in einer Zunft

Der Hintergrund zur Antwort

In mittelalterlichen Städten organisierten Zünfte die Handwerker nach Gewerben und regelten, wer ausüben durfte. Um den höchsten Rang zu erreichen, musste ein Geselle ein „Meisterstück“ anfertigen, das von den Mitgliedern beurteilt wurde, Gebühren zahlen und die Mittel zum Betreiben einer Werkstatt nachweisen. Nach der Aufnahme durfte ein Meister eine Werkstatt eröffnen, Gesellen anstellen, Lehrlinge ausbilden und an der Festlegung von Standards und Regeln mitwirken. Zünfte kontrollierten nicht nur Qualität und Preise; sie waren auch städtische Machtfaktoren, finanzierten Altäre und Feste und nahmen Einfluss auf die Stadträte. Die Meisterwürde brachte wirtschaftliche Unabhängigkeit und soziales Ansehen; mancherorts konnten Witwen die Werkstatt eines Meisters erben und weiterführen. Der Begriff „Meisterstück“ stammt aus diesem System – es war buchstäblich die Prüfungsarbeit, die die Eignung zur Führung eines Handwerks belegte.

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