Mittelalter · Frage
Wahr oder falsch: Lehrlinge lebten gewöhnlich im Haushalt des Meisters.
Antwort
Wahr
Der Hintergrund zur Antwort
Die Zunftausbildung war auf die Werkstatt des Meisters ausgerichtet, die oft Teil des Hauses war; daher wohnten junge Lehrlinge im Haushalt. Im Gegenzug für Unterkunft, Verpflegung und Kleidung leisteten sie Arbeit und lernten durch genaue Beobachtung und Übung unter ständiger Aufsicht. Familien unterzeichneten in der Regel Lehrverträge und zahlten mitunter eine Gebühr; Lehrlinge erhielten wenig oder keinen Lohn über 5–7 Jahre oder bis zum 21. Lebensjahr. Das Leben unter dem Dach des Meisters sicherte Disziplin, moralische Aufsicht und die sorgfältige Weitergabe von Berufsgeheimnissen—entscheidend, um Standards zu wahren und das Zunftmonopol zu schützen. Nach Abschluss der Lehre wurden sie zu lohnbezahlten Gesellen und konnten mit genügend Können und Ersparnissen ein „Meisterstück“ einreichen, um der Zunft beizutreten. Obwohl die meisten Auszubildenden Jungen waren, gab es auch Mädchen in bestimmten Gewerben wie Textilien und Brauwesen.