Mittelalter · Frage
Was waren die „Kreuzfahrerstaaten“?
Antwort
Christliche Reiche, die nach dem Ersten Kreuzzug im Nahen Osten entstanden
Der Hintergrund zur Antwort
Dabei handelte es sich um von Lateinern regierte Herrschaftsgebilde, die nach 1099 aus eroberten Territorien in der Levante herausgeschnitten wurden, darunter das Königreich Jerusalem, das Fürstentum Antiochia sowie die Grafschaften Edessa und Tripolis. Sie wurden nach importierten feudalen Sitten und Dynastien aus Westeuropa regiert und unterschieden sich von bloßen Handelsstützpunkten und von Ritterorden wie Templern oder Hospitalitern, die dort tätig waren, diese Staaten jedoch nicht bildeten. Zwischen mächtigen muslimischen Nachbarn prekär gelegen, waren sie auf ständige Verstärkungen aus Europa und auf maritime Unterstützung durch die italienischen Stadtstaaten angewiesen. Ihr Schicksal schwankte mit Gestalten wie Zengi und Saladin; nach Jahrhunderten der Kriege brachen sie zusammen, was im Verlust von Akkon 1291 gipfelte. Trotz ihrer kurzen Existenz prägten sie den mediterranen Handel, das Recht und den kulturellen Austausch nachhaltig und hinterließen Spuren in der europäischen wie in der nahöstlichen Geschichte.