Mittelalter · Frage
Welcher mittelalterliche muslimische Titel wurde häufig für Herrscher wie Saladin verwendet?
Antwort
Sultan
Der Hintergrund zur Antwort
Saladin herrschte über Ägypten und Syrien mit einem Titel, der eine eigenständige, souveräne Herrschaft über ein Reich bezeichnete, zugleich aber die geistliche Vorrangstellung des abbasidischen Kalifen anerkannte. Unter der Dynastie der Ayyubiden aufgestiegen, nutzte er dieses Amt, um während der Kreuzzüge weite Teile des östlichen Mittelmeerraums zu einen. Der Begriff hatte zuvor bei den Seldschuken Ansehen gewonnen und kennzeichnete einen mächtigen Herrscher, dessen Legitimität durch die Anerkennung des Kalifen gestärkt wurde. Dieses Amt unterschied sich von anderen islamischen Titeln: Ein Kalif war der oberste religiös-politische Führer der Umma; ein Emir war ein Befehlshaber oder provinzieller Fürst; und ein Wesir diente als oberster Minister. Saladin ließ Münzprägung und Freitagspredigten im Namen des Kalifen verkünden, übte jedoch die tatsächliche Macht aus — berühmt wurde er durch die Rückeroberung Jerusalems im Jahr 1187.