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Mittelalter · Frage

Wie nannte man in der französischen Geschichte die von Leibeigenen zu leistenden Pflichtarbeitsdienste?

Antwort

Corvées

Der Hintergrund zur Antwort

In der französischen Geschichte bezeichneten corvées verpflichtende, unbezahlte Arbeitsdienste, die Bauern bzw. Leibeigene einem Grundherrn oder dem Staat schuldeten. Anstelle von Geld zahlte man mit Arbeitstagen: die Felder des Herrn pflügen, ernten, Holz fahren oder Straßen und Brücken instand halten. Unter dem Ancien Régime zwang eine königliche Variante (die «corvée des chemins») die Landgemeinden, Chausseen zu bauen und zu reparieren. Diese Forderungen waren verhasst und wurden zunehmend in Geldzahlungen umgewandelt. Reformatoren wie Turgot versuchten, sie abzuschaffen, und das System der feudalen Lasten wurde in der Nacht vom 4. August 1789 aufgehoben. Im Unterschied dazu waren tailles direkte Steuern (oft auf Land oder Personen), gabelles Salzsteuern, und levées bezeichneten staatliche Aufgebote bzw. Einziehungen (z. B. Truppen oder Steuern), nicht aber Pflichtarbeit.

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