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Mittelalter · Frage

Richtig oder falsch: Die meisten mittelalterlichen Bücher wurden billig gedruckt und waren für alle verfügbar.

Antwort

Falsch

Der Hintergrund zur Antwort

Über weite Teile des Mittelalters hinweg waren Bücher handgeschriebene Manuskripte, die in klösterlichen oder universitären Skriptorien entstanden. Die Abschrift eines einzelnen Bandes konnte Monate dauern, und die Seiten bestanden oft aus kostspieligem Pergament oder Vellum. Entsprechend waren Bücher Luxusgüter im Besitz von Klöstern, Universitäten und wohlhabenden Patronen; die Alphabetisierung der breiten Bevölkerung blieb gering. Erst Mitte des 15. Jahrhunderts begann Gutenbergs Druck mit beweglichen Lettern in Mainz die Produktion zu verändern. Die frühen Druckwerke (Inkunabeln) waren zwar günstiger als Handschriften, aber weder billig noch allgegenwärtig: Sie erforderten qualifizierte Arbeit, hochwertiges Papier und kapitalintensive Pressen. Eine wirklich erschwingliche Druckkultur und breitere Alphabetisierung setzten sich erst in den folgenden Jahrhunderten durch und ersetzten nach und nach angekettete Bibliotheksbände und illuminierte Codices durch zugängliche Flugschriften, Almanache und Bibeln in der Volkssprache.

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