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Mittelalter · Frage

Worauf bezieht sich in mittelalterlichen Finanzkontexten häufig „ein Lombarde“?

Antwort

Ein Geldverleiher

Der Hintergrund zur Antwort

In vielen mittelalterlichen Städten erwarben norditalienische Kaufleute aus der Lombardei den Ruf, spezialisierte Finanzierer zu sein. An Messen und städtischen Schaltern wechselten sie Währungen, verwahrten Einlagen und vergaben Kredit an Kaufleute und Fürsten — Tätigkeiten, die Einheimische oft wegen kirchlicher Verbote der Zinsnahme mieden. Mit der Zeit wurde „Lombarde“ europaweit zum Synonym für jemanden, der Geld verleiht und Finanzierungen arrangiert. Ihre Läden betrieben häufig Pfandleihe, wovon das Schild mit den drei goldenen Kugeln zeugt, das noch heute mit Pfandleihern verbunden ist, und sie hinterließen Spuren in Namen wie Lombard Street in London. Das Erbe lebt in der modernen Finanzwelt fort: Ein „Lombardkredit“ bezeichnet heute einen besicherten Zentralbankkredit — der spätere Begriff benennt die Kreditart, während die mittelalterliche Verwendung die Personen meinte, die solche Geschäfte betrieben.

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