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Mittelalter · Frage

Was war die Papstbulle im Mittelalter?

Antwort

Ein offizielles päpstliches Dokument

Der Hintergrund zur Antwort

In der mittelalterlichen Praxis war eine 'Bulle' ein feierliches Schreiben, das unter der höchsten Autorität des Papstes erlassen wurde, etwa um Lehre festzulegen, Bischöfe zu ernennen, Herrscher zu exkommunizieren, Privilegien zu gewähren oder zu Kreuzzügen aufzurufen. Sie stand über der Routinekorrespondenz und hatte rechtliches wie geistliches Gewicht in der gesamten Christenheit. Der Name leitet sich von der bulla ab, dem angehängten Bleisiegel zur Beglaubigung — oft mit den Aposteln Petrus und Paulus auf der einen Seite und dem Namen des regierenden Papstes auf der anderen. Dieses Siegel führt bisweilen zu Verwechslungen, doch maßgeblich war das Dokument. Berühmte Beispiele sind Unam Sanctam (1302), das die päpstliche Oberhoheit betonte, und Inter caetera (1493), das die europäischen Ansprüche in der atlantischen Welt prägte. Mit der Zeit entstanden weniger formelle päpstliche 'Breve', doch Bullen blieben das Format für die feierlichsten Akte.

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