Mittelalter · Frage
Wie nennt man das mittelalterliche Wirtschaftssystem, das sich um den Herrenhof und die bäuerliche Arbeit drehte?
Antwort
Grundherrschaft
Der Hintergrund zur Antwort
Gemeint ist das grundherrschaftliche Agrarsystem, in dem der Herrenhof (die Domäne/der Fronhof) und die bäuerlichen Hufen eine weitgehend autarke Einheit bildeten. Bauern, oft Leibeigene, schuldeten Frondienste, Abgaben und Gebühren — etwa für die Nutzung der herrschaftlichen Mühle oder des Backofens — und erhielten dafür Landzugang und Schutz. Hof- bzw. Grundgerichte regelten lokale Streitigkeiten und setzten Pflichten durch; der Hof war die Basiseinheit des ländlichen Lebens im Mittelalter.
Im Unterschied zu den politischen Bindungen des Feudalismus zwischen Herren und Vasallen war dies der alltägliche wirtschaftliche Motor des Landes. Typisch war die Dreifelderwirtschaft zur Ertragssteigerung. Nach dem Schwarzen Tod wurde Arbeit knapp, viele Pflichten wurden in Geldrenten umgewandelt, und Bauernaufstände häuften sich — Zeichen für die Lockerung des Systems hin zu einer stärker marktorientierten Wirtschaft.