Mittelalter · Frage
Was war ein „Geselle“ in einer mittelalterlichen Zunft?
Antwort
Ein ausgebildeter Handwerker, noch kein Meister
Der Hintergrund zur Antwort
In den Zünften war dies ein Handwerker, der die Lehre abgeschlossen hatte und gegen Lohn fachgerecht arbeiten konnte, aber nicht die Rechte eines Meisters besaß: keine eigene Werkstatt, keine Lehrlinge und kein Stimmrecht in der Zunftführung. Oft zog er von Werkstatt zu Werkstatt, verkaufte seine Fähigkeiten und baute Erfahrung und Ruf auf. Der englische Begriff „journeyman“ stammt vom Französischen „journée“ (Tag) und verweist auf Taglohn. Viele folgten der Tradition der Wanderschaft (auch Walz), um regionale Techniken und Werkzeuge zu erlernen. Für den Aufstieg mussten sie in der Regel ein Meisterstück vorlegen und Gebühren zahlen, um als Meister zugelassen zu werden; diese Struktur half, Qualität zu sichern, Innovationen zu verbreiten und den Wettbewerb in mittelalterlichen Stadtökonomien zu steuern.