Mittelalter · Frage
Was ist die Vorburg in einer Motte-und-Bailey-Burg?
Antwort
Der umfriedete Hofbereich
Der Hintergrund zur Antwort
In einer Motte-und-Bailey-Anlage ist die Vorburg der umfriedete untere Bereich, in dem sich der Alltagsbetrieb abspielte — Ställe, Werkstätten, Küchen und Kasernen — geschützt durch Palisade und Graben. Sie ist zu unterscheiden von der Motte (aufgeschütteter Hügel), dem Bergfried (Starkturm auf der Motte) und dem Graben/Moat (Verteidigungsgraben). Normannische Herrscher machten diesen Burgentyp im 11.–12. Jahrhundert populär, weil er sich aus Holz schnell errichten ließ, um eroberte Gebiete zu sichern und Straßen zu kontrollieren. Später wurden Palisaden häufig durch Steinmauern ersetzt und es entstanden mehrere Vorburgen (innere und äußere), um militärische und häusliche Bereiche zu trennen. Archäologen erkennen ehemalige Vorburgen oft an ihren umlaufenden Gräben, die im Boden oder auf Luftbildern sichtbar sind.