Mittelalter · Frage
Was ist eine „Motte“ in einer Turmhügelburg?
Antwort
Ein künstlich aufgeschütteter Hügel mit einer Befestigung
Der Hintergrund zur Antwort
Die Motte war ein künstlich aufgeschütteter Erdhügel, oft mit steilen Flanken, der von einem Holz- oder Steinturm gekrönt wurde. Seine Höhe gab den Verteidigern einen beherrschenden Überblick und zwang Angreifer zum Kampf bergauf, während die kleine Kuppe die Verteidigung um das wertvollste Bauwerk konzentrierte. Dieser Burgentyp verbreitete sich nach der normannischen Eroberung von 1066 rasch, weil er sich mit örtlichem Boden und Holz schnell errichten ließ und Eroberern eine zügige Sicherung von Stützpunkten ermöglichte. Die Vorburg — der umwehrte Hof am Fuß — beherbergte Werkstätten, Ställe und Wohngebäude, geschützt durch Palisade und Graben. Im Laufe der Zeit wurden viele hölzerne Türme durch Steinbauten ersetzt; noch heute markieren auffällige, grasbewachsene Hügel in vielen englischen und französischen Städten die Standorte dieser frühen Burgen.