Mittelalter · Frage
Welcher französische König wurde 1356 bei Poitiers gefangen genommen?
Antwort
Johann II. von Frankreich
Der Hintergrund zur Antwort
In der Schlacht bei Poitiers (1356) zerschlug Eduard, der Schwarze Prinz, ein zahlenmäßig überlegenes französisches Heer und nahm den regierenden Valois‑Monarchen (r. 1350–1364), genannt „der Gute“, gefangen. Übermütige Angriffe und disziplinierte englische Defensivtaktiken – insbesondere abgestiegene gepanzerte Reiter, unterstützt von Langbogenschützen – führten zur Gefangennahme des Königs, ein verheerender Schlag für die französische Führung. Die Folgen prägten den Hundertjährigen Krieg neu: Der Dauphin Karl regierte als Regent inmitten des finanziellen Zusammenbruchs, die Generalstände forderten Reformen, marodierende „Freikompanien“ verwüsteten das Land, und soziale Unruhen brachen in Paris und beim Jacquerie‑Aufstand (1358) aus. Der Vertrag von Brétigny (1360) sicherte die Freilassung des Königs gegen ein gewaltiges Lösegeld und territoriale Abtretungen. Dieser Regent wurde später Karl V., der mit vorsichtiger Strategie – Vermeidung offener Feldschlachten, Bevorzugung von Ermattungskrieg und Belagerungen – das Blatt zugunsten Frankreichs wendete.