Mittelalter · Frage
Wie nennt man das Versprechen, das ein Vasall seinem Lehnsherrn ablegt?
Antwort
Lehnseid
Der Hintergrund zur Antwort
Im mittelalterlichen Lehnswesen band sich der Vasall an seinen Lehnsherrn, indem er einen Lehnseid leistete: ein ausdrückliches Versprechen von Treue und Dienst im Gegenzug für Schutz und Lehen. Er wurde meist im Rahmen der Huldigung abgelegt, wenn der Vasall kniete, seine Hände in die des Herrn legte und darauf der 'Friedenskuss' folgte. Oft wurde auf die Bibel oder Reliquien geschworen; ein Bruch galt als Verrat. Die anderen Begriffe bezeichnen Verwandtes: 'Feudalvertrag' ist eine moderne Bezeichnung für das gesamte Verhältnis; die 'Huldigung' ist der rituelle Rahmen; und 'Dienstgelöbnis' ist zu ungenau für die rechtlich-religiöse Bindung. Der Eid verpflichtete zu Rat und Heeresdienst (häufig etwa 40 Tage) oder ersatzweise zur Zahlung einer Abgabe und prägte so das politische und militärische Leben des Mittelalters.