Mittelalter · Frage
Wie nennt man eine Person, die einem Herrn im Austausch für Land dient?
Antwort
Vasall
Der Hintergrund zur Antwort
Im mittelalterlichen Feudalismus ging ein Vasall durch Zeremonien der Huldigung und des Treueeids ein formelles Verhältnis zu einem Herrn ein. Im Gegenzug für die Verleihung von Land (ein Lehen) schuldete der Vasall Militärdienst, Rat im Hof des Herrn und verschiedene Abgaben. Dieser Tausch von Land gegen Dienst bildete das Rückgrat der politischen und militärischen Ordnung in weiten Teilen Europas vom 9. bis zum 13. Jahrhundert. Das unterscheidet sich von einem Leibeigenen (ein Bauer, der an den Boden des Herrn gebunden ist), einem Lehnsherrn (dem Herrn, dem die höchste Treue gilt) und einem Pächter (ein weiter gefasster Begriff für jemanden, der Land innehat, oft gegen Pacht). Das Vasallenwesen schuf Loyalitätsketten — Unterlehen/Subinfeudation —, sodass ein Vasall auch Herr über andere sein konnte und so die gestufte Hierarchie des Mittelalters prägte.