Mittelalter · Frage
Was ist ein Kreuzzug?
Antwort
Ein religiöser Krieg ins Heilige Land
Der Hintergrund zur Antwort
Von Papst Urban II. im Jahr 1095 ausgerufen, waren dies päpstlich sanktionierte bewaffnete Unternehmungen lateinischer Christen, um Jerusalem und andere heilige Stätten im östlichen Mittelmeer zu erobern und zu verteidigen. Die Teilnehmer legten ein Gelübde ab, nähten Kreuze auf ihre Gewänder und erhielten geistliche Vorzüge wie Ablässe; damit wurde Kriegsführung als Form der Buße und des Dienstes an Gott gerahmt.
Über zwei Jahrhunderte entfalteten sich mehrere Feldzüge, aus denen militärische Orden wie die Templer und Hospitaliter hervorgingen, die den Mittelmeerhandel umgestalteten und den interkulturellen Kontakt — und Konflikt — intensivierten. Obwohl sie oft mit einer Pilgerfahrt (einer gewaltlosen Reise) oder kirchlichen Reformbewegungen verwechselt werden, handelte es sich um organisierte Kriegsführung mit religiösen Zielen und Führung, angestoßen teils durch Bitten des Byzantinischen Reiches und getragen von Frömmigkeit, Ansehen und Politik.