Mittelalter · Frage
Wahr oder falsch: Mittelalterliche Pilger trugen oft Abzeichen oder Symbole, die zeigten, wo sie gewesen waren.
Antwort
Wahr
Der Hintergrund zur Antwort
Pilger zu berühmten Wallfahrtsorten kauften oder erhielten preiswerte Zinnabzeichen, die sie an Hut oder Mantel steckten; jedes trug das Emblem des Heiligtums: die Jakobsmuschel von Santiago de Compostela, ein Schwert oder eine Mitra für Thomas Becket in Canterbury, das Jerusalemer Kreuz oder kleine Fläschchen (Ampullen) mit geweihtem Wasser oder Öl. Sie dienten als sichtbarer Nachweis der Reise, als fromme Andenken mit zugeschriebener Schutzkraft und teils als faktische Pässe, die Frömmigkeit und friedliche Absicht signalisierten. Serienmäßig in Formen nahe großer Heiligtümer vom 12. bis 15. Jahrhundert hergestellt, waren die Abzeichen das mittelalterliche Pendant zu Souvenirs und halfen, die heiligen Stätten zu finanzieren. Archäologen finden Tausende in Flüssen wie der Themse – auf Brücken verloren oder vielleicht am Ende der Reise bewusst weggeworfen.