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Mittelalter · Frage

Was ist das Avignonesische Papsttum (1309–1377)?

Antwort

Päpste, die in Avignon statt in Rom residierten

Der Hintergrund zur Antwort

Von 1309 bis 1377 verlegte der Papsthof seinen Sitz in die provenzalische Stadt Avignon am Rhône, beginnend mit Clemens V., bedingt durch Unruhen in Rom und den Druck Philipps IV. von Frankreich. Sieben aufeinanderfolgende Päpste leiteten von dort die Kirche und errichteten den imposanten Papstpalast (Palais des Papes). Rechtlich nicht der französischen Krone unterstellt, galt ihre Nähe zu Frankreich vielen dennoch als übermäßiger Einfluss; Kritiker wie Petrarca sprachen von der „babylonischen Gefangenschaft“ der Kirche.

Die Rückkehr nach Rom im Jahr 1377 unter Gregor XI. ebnete den Weg für das Abendländische Schisma (1378–1417), als rivalisierende Anspruchsteller in Rom und Avignon die Christenheit spalteten. Das Ereignis prägte die päpstliche Bürokratie und Finanzverwaltung neu und zeigte die Verflechtung geistlicher Autorität mit der Machtpolitik Europas auf.

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