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Mittelalter · Frage

Was ist ein „Scriptorium“?

Antwort

Ein Raum, in dem Handschriften abgeschrieben werden

Der Hintergrund zur Antwort

In mittelalterlichen Klöstern war dies der Arbeitsraum für das handschriftliche Abschreiben von Texten nach einer Vorlage auf Pergament. Die Schreiber zogen Linien, schrieben mit Gänsekielen und Eisengallustinte und gaben die Blätter für Überschriften und Schmuck an Rubrikatoren und Illuminatoren weiter, alles unter der Aufsicht eines Armarius. Die Aufbewahrung gehörte ins Armarium oder in die Bibliothek, das Binden in die Buchbinderei, und gelernt oder studiert wurde oft im Kreuzgang, nicht hier.

Diese Räume waren auf gutes Tageslicht und strenge Stille ausgerichtet, denn Genauigkeit war entscheidend: Ein einziger Fehlgriff konnte die Heilige Schrift oder das Recht verfälschen. Die Praxis blühte in der karolingischen Renaissance, die die gut lesbare karolingische Minuskel verbreitete. Im 13. Jahrhundert übernahmen die Universitäten das Pecia-System — Abschnitte einer Musterhandschrift wurden vermietet —, um die Produktion zu beschleunigen; doch das Kernhandwerk der sorgfältigen Abschrift Zeile für Zeile blieb bestehen.

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