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Mittelalter · Frage

Wahr oder falsch: Einige mittelalterliche Weltkarten setzten Jerusalem nahe dem Zentrum.

Antwort

Wahr

Der Hintergrund zur Antwort

Mittelalterliche europäische Weltkarten (Mappae mundi) waren ebenso religiöse Weltdeutungen wie geografische Werkzeuge. Kartografen platzierten Jerusalem im Zentrum, um seine spirituelle Zentralität als Ort von Christi Leben, Tod und Auferstehung zu spiegeln – ein axis mundi der christlichen Kosmologie. Berühmte Beispiele sind die Hereford Mappa Mundi (um 1300) und die Ebstorfer Weltkarte.

Diese Karten waren oft mit Osten oben ausgerichtet (in Richtung der aufgehenden Sonne und des Gartens Eden), mit Asien oben, Europa und Afrika unten, und die Welt war in drei Teile durch ein "T" in einem "O" geteilt. Ihr Zweck war es, biblische Geschichte zu lehren, Pilgerrouten zu veranschaulichen und moralische wie theologische Lehren zu vermitteln, statt präzise Navigationsgenauigkeit zu bieten.

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