Mittelalter · Frage
Wie heißt der mittelalterliche Begriff für eine starke steinerne Stadtresidenz, die oft Adligen gehörte?
Antwort
Wohnturm
Der Hintergrund zur Antwort
In vielen mittelalterlichen Städten errichteten Eliten hohe, mehrstöckige Wohn- und Wehrbauten mit dicken Mauern, schmalen Fenstern und wehrhaften Eingängen. Diese kompakten, vertikalen Wohnformen dienten zugleich als Heim und kleine Festung, signalisierten Rang und boten Schutz bei Fehden oder Überfällen. Merkmale konnten Spindeltreppen, Zinnen und teils Maschikulis sein – optimiert für die Verteidigung in engen Gassen. Sie blühten seit dem späten Mittelalter u. a. in Irland und Schottland (besonders an der anglo-schottischen Grenze) sowie in den italienischen Stadtstaaten, wo rivalisierende Familien die Skyline mit Türmen wie in San Gimignano prägten. Demgegenüber ist ein Bergfried der zentrale Wehrturm einer Burganlage, ein erbliches Stadtgrundstück (Burgage) eine an Bürger vergebene Stadtparzelle, und „städtisches Herrenhaus“ ist kein geläufiger mittelalterlicher Begriff für eine befestigte Wohnstätte.