Mittelalter · Frage
Was ist die Laieninvestitur?
Antwort
Weltliche Herrscher setzen Kirchenwürdenträger ein und übergeben ihnen die Amtsinsignien
Der Hintergrund zur Antwort
Laie bedeutet nicht-klerikal, und Investitur ist die feierliche Einsetzung in ein Amt. Im Hochmittelalter beanspruchten Monarchen das Recht, Bischöfe und Äbte auszuwählen und ihnen Ring und Stab (Krummstab) zu überreichen – Zeichen geistlicher Autorität –, da diese Geistlichen auch Ländereien und Einkünfte im Reich verwalteten. Dies löste den Investiturstreit (11.–12. Jh.) aus, geprägt durch den Konflikt zwischen Papst Gregor VII. und Kaiser Heinrich IV. sowie den Gang nach Canossa (1077). Das Wormser Konkordat (1122) zog Grenzen: Domkapitel sollten wählen, der Papst verlieh die geistlichen Insignien, und der Kaiser konnte die weltlichen Regalien im Zusammenhang mit säkularen Pflichten verleihen.