Mittelalter · Frage
Welches Abkommen von 1122 trug zur Beilegung des Investiturstreits bei?
Antwort
Wormser Konkordat
Der Hintergrund zur Antwort
1122 erzielten Papst Kalixt II. und Kaiser Heinrich V. in Worms einen Kompromiss, der den jahrzehntelangen Investiturstreit beendete. Er zog eine klare Grenze zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt: Die Domkapitel sollten freie, kanonische Wahlen abhalten; der Papst (oder seine Legaten) verlieh Ring und Stab als geistliche Symbole; der Kaiser durfte die neuen Bischöfe mit dem Szepter — den Regalien — in ihre weltlichen Rechte einsetzen und bei Wahlen im Reich anwesend sein. Aus dem früheren Konflikt zwischen Gregor VII. und Heinrich IV. hervorgegangen (der Gang nach Canossa, 1077), entschärfte diese Einigung den Machtkampf um die Bistümer. Sie wurde bald auf dem Ersten Laterankonzil (1123) bestätigt und prägte die Beziehungen zwischen Kirche und Staat, indem sie Simonie eindämmte und die kirchliche Autonomie stärkte.