Mittelalter · Frage
Welche Regel des 6. Jahrhunderts wurde zum Grundpfeiler des westlichen Mönchtums?
Antwort
Die Regel des heiligen Benedikt
Der Hintergrund zur Antwort
Um 530 auf dem Montecassino von Benedikt von Nursia verfasst, verband diese Regel Gebet (das Stundengebet), Handarbeit und Studium innerhalb einer stabilen, von einem Abt geleiteten Gemeinschaft. Ihre Mäßigung — der Verzicht auf extreme Askese — machte sie praktikabel und anpassungsfähig; Klöster in Westeuropa übernahmen sie, besonders unter karolingischen Reformern, sodass sie zum Vorbild des westlichen Mönchtums wurde.
Im Gegensatz dazu leitete die Regel des Basilius die Mönche des Ostens, die des Augustinus diente Klerikergemeinschaften, und die strengere irische Regel des Kolumban wurde auf dem Kontinent nach und nach verdrängt. Benediktinerklöster wurden Zentren der Landwirtschaft, der Wohltätigkeit und der Gelehrsamkeit — sie schrieben Handschriften in ihren Skriptorien ab und prägten die mittelalterliche Kultur unter dem Motto „ora et labora“ (bete und arbeite).