Daily Curiosity

Mittelalter · Frage

Welcher Kreuzzug von 1209–1229 richtete sich gegen die Häresie in Südfrankreich?

Antwort

Der Albigenserkreuzzug

Der Hintergrund zur Antwort

Es war eine vom Papst gebilligte Kampagne (1209–1229) zur Ausrottung der katharischen, auch „albigenser“ genannten, Häresie im Languedoc, Südfrankreich. Gepredigt von Papst Innozenz III. und geführt von nordfranzösischen Adligen wie Simon de Montfort, begann sie mit der berüchtigten Plünderung von Béziers — wo ein päpstlicher Legat angeblich sagte: „Tötet sie alle; Gott wird die Seinen erkennen“ — und setzte sich mit Belagerungen wie der von Carcassonne fort. Über die Häresiebekämpfung hinaus veränderte sie die französische Politik: Die kapetingische Königsmacht dehnte sich nach Süden aus, besiegelt durch den Vertrag von Paris (1229). Der Feldzug trug auch zur Institutionalisierung von Mechanismen bei, aus denen sich die mittelalterliche Inquisition entwickelte, und hinterließ tiefe kulturelle Narben in Okzitanien, wodurch Sprache und die lebendige Troubadourtradition der Region geschwächt wurden.

Mehr entdecken