Mittelalter · Frage
Welche mittelalterliche christliche Bewegung in Südfrankreich war Ziel des Albigenserkreuzzugs?
Antwort
Katharer
Der Hintergrund zur Antwort
Der 1209 von Papst Innozenz III. ausgerufene Albigenserkreuzzug richtete sich gegen eine dualistische Bewegung, die im Languedoc (Südfrankreich) blühte, besonders um Albi – daher der Name. Ihre Anhänger lehnten die Autorität der katholischen Hierarchie, die Sakramente und die materielle Welt ab und propagierten eine asketische Spiritualität, angeführt von den „Vollkommenen“. Ihre Popularität bei lokalen Adligen bedrohte sowohl die kirchliche Orthodoxie als auch den kapetingischen Einfluss.
Der Feldzug wurde zu einem brutalen Eroberungskrieg: Berüchtigte Massaker wie in Béziers und Belagerungen wie Carcassonne prägten einen Konflikt, der bis 1229 andauerte. Die Folgen formten die Region neu – sie stärkten die königliche Macht Frankreichs, schränkten die okzitanische Autonomie ein und trugen zur Einrichtung der päpstlichen Inquisition unter den Dominikanern bei. Zum Vergleich: Die Waldenser wirkten vor allem in den Alpen, während Bogomilen und Paulikianer überwiegend balkanische bzw. byzantinische Bewegungen waren.