Mittelalter · Frage
Wie nennt man die farbigen Glasfenster in vielen Kathedralen?
Antwort
Buntglasfenster
Der Hintergrund zur Antwort
Mittelalterliche Handwerker färbten geschmolzenes Silikat mit Metalloxiden — Kobalt für tiefes Blau, Kupfer und Gold für Rot —, schnitten das Glas und fügten die Stücke mit Bleiruten zusammen. Für Details wurden Emailfarben eingebrannt, doch die Farbe steckt im Glas selbst, nicht nur auf der Oberfläche. Darum sind es nicht bloß „bemalte“ oder „getönte“ Fenster, und „Bleiglas“ bezeichnet die bleierne Fassung, nicht die Kunst. Seit der gotischen Epoche des 12. Jahrhunderts propagierten Bauherren wie Abt Suger die lux nova („neues Licht“) und füllten Kirchen mit erzählenden Fenstern, die Bibelgeschichten einer weitgehend analphabetischen Gemeinde vermittelten. Meisterwerke wie die Rosenfenster von Chartres und sein berühmtes tiefes Blau verwandelten schwere Steinwände in leuchtende Bildflächen.