Mittelalter · Frage
Wie nennt man ein mittelalterliches Haus, dessen Wände aus einem Holzflechtwerk bestehen, das mit einem Lehm‑Stroh‑Gemisch ausgefüllt ist?
Antwort
Fachwerkhaus mit Lehmflechtwerk
Der Hintergrund zur Antwort
So genannt, weil das Flechtwerk aus verflochtenen Holzstäben besteht und der Lehmauftrag eine plastische Mischung aus Ton/Schlamm, Stroh und oft Mist ist – die Wände bestehen also buchstäblich aus Holz und Lehm. Das Verfahren war günstig, schnell zu errichten und nach Kalken recht gut dämmend, weshalb es in mittelalterlichen Häusern weit verbreitet war. Reetdach bezieht sich dagegen nur auf die Dacheindeckung; Stampflehm erzeugt massive Erdwände ohne Flechtwerk; und Stein war teuer und eher wohlhabenden Bauten oder Wehrbauten vorbehalten. In vielen Fachwerkbauten sind die sichtbaren Hölzer von Feldern mit solchem Lehmflechtwerk ausgefacht.