Mittelalter · Frage
Wie nennt man das mittelalterliche System, in dem sich Handwerker spezialisierten und Waren in Städten verkauften?
Antwort
Städtische Wirtschaft
Der Hintergrund zur Antwort
Dies bezeichnet ein stadtzentriertes Marktsystem, in dem sich Handwerker und Kaufleute auf Gewerbe spezialisierten und ihre Waren gegen Geld in Läden und auf Märkten tauschten. Das steht im Gegensatz zum grundherrschaftlichen System (weitgehend autarke ländliche Güter), zum Zunftwesen (Verbände, die Zugang, Qualität und Preise innerhalb eines Handwerks regelten) und zur Feudalwirtschaft (Land-für-Dienste-Regelungen mit agrarischer Basis).
Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erlebten europäische Städte mit der Wiederbelebung des Handels einen Aufschwung: Die Champagnemessen verbanden Nord und Süd, die Hanse verknüpfte Ostsee- und Nordseehäfen, und Stadtprivilegien förderten ein freieres Umfeld für den Handel. Eine neue Bürgerschicht entstand, Münzgeld zirkulierte breit, und regionale Spezialitäten blühten auf – flämisches Tuch, venezianisches Glas, lombardisches Bankwesen. Selbst nach der Pest konzentrierten diese urbanen Netzwerke Fähigkeiten und Kapital, beschleunigten die Erholung und veränderten die mittelalterliche Gesellschaft.