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Mittelalter · Frage

Was ist ein „Bürger“?

Antwort

Ein Stadtbürger (oft ein Kaufmann)

Der Hintergrund zur Antwort

Bürger waren freie Einwohner mittelalterlicher Städte, typischerweise im Handel oder in handwerklichen Zünften tätig. Ihr Status beruhte auf dem Wohnsitz in einer Stadt mit Stadtrecht (von Burg, „befestigter Ort“), der Markt- und Eigentumsrechte sowie rechtlichen Schutz gewährte, die sich von feudalen Pflichten unterschieden. Dadurch hoben sie sich von an die Scholle gebundenen Leibeigenen, vom grundbesitzenden Adel und von Amtsträgern mit städtischer Autorität ab.

Mit dem Aufschwung der Städte vom 11. bis 14. Jahrhundert organisierten Bürger Zünfte, finanzierten Mauern und Kathedralen und handelten städtische Freiheiten mit Fürsten aus, die auf Steuereinnahmen aus waren. In den Niederlanden und Norditalien dominierten sie Räte und Kaufmannsbünde wie die Hanse, prägten den Fernhandel und die frühe städtische Selbstverwaltung. Der Begriff mündete später in die „Bourgeoisie“, das wachsende städtische Bürgertum der Frühen Neuzeit.

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