Mittelalter · Frage
Welche Rechtsreform von 1166 unter Heinrich II. von England stärkte die königliche Rechtspflege und ist mit Anklagejurys verbunden?
Antwort
Assize von Clarendon
Der Hintergrund zur Antwort
1166 von Heinrich II. erlassen, verpflichtete diese Maßnahme die Gemeinden, unter Eid Anklagejurys einzusetzen (zwölf aus jeder Hundertschaft und vier aus jedem Dorf), die mutmaßliche Straftäter benennen sollten. Sie weitete die königliche Aufsicht aus, indem sie die Sheriffs anwies, Verdächtige festzunehmen, ihre Güter zu beschlagnahmen und sie vor die reisenden königlichen Richter zu bringen; die Angeklagten wurden oft dem Gottesurteil (Ordal) unterzogen. Die Politik zentralisierte die Strafrechtspflege, schwächte private baroniale Gerichte und professionalisierte Ermittlung und Anklage.
Zugleich legte sie Grundsteine des Common Law: die Gemeindeuntersuchung, vereinheitlichte Verfahren über die Grafschaften hinweg und den Vorläufer der modernen Grand Jury. Dagegen zielten die Konstitutionen von Clarendon (1164) auf kirchliche Gerichte, die Assize von Northampton (1176) aktualisierte Strafen und Durchsetzung, und die Charta der Freiheiten (1100) war ein Krönungsversprechen, keine umfassende Reform der Strafrechtspflege.