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Mittelalter · Frage

Wozu dient ein Siegel auf einer mittelalterlichen Urkunde?

Antwort

Die Echtheit belegen

Der Hintergrund zur Antwort

Mittelalterliche Urkunden und Briefe trugen Wachsabdrücke, die mit der Siegelmatrize oder dem Petschaft des Ausstellers gemacht wurden, um zu zeigen, dass das Schriftstück tatsächlich von dieser Person oder Kanzlei stammte. Das charakteristische, oft heraldische Motiv wirkte wie eine einzigartige Unterschrift; das Wachs machte Manipulationen sichtbar – ein gebrochenes oder nicht passendes Siegel warnte, dem Text nicht zu trauen. Es gab verschiedenfarbige Wachse (rot, grün, natur) und Materialien: Adelige siegelten mit Wachs, Päpste verwendeten Bleisiegel, sogenannte Bullen. Da viele Menschen nicht lesen konnten und handschriftliche Unterschriften nicht standardisiert waren, vermittelte das Bild eines anhängenden oder aufgedrückten Siegels Identität und Autorität auf einen Blick. Datierungen und Steuern wurden anderswo vermerkt; Aufgabe des Siegels war es, Herkunft und Unversehrtheit zu gewährleisten.

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