Mittelalter · Frage
Was ist „ein Laterankonzil“ (im mittelalterlichen Kontext) generell?
Antwort
Ein bedeutendes Kirchenkonzil
Der Hintergrund zur Antwort
Die im Lateran (Basilika und Palast) in Rom abgehaltenen Laterankonzilien waren formelle Versammlungen von Bischöfen und anderen Prälaten, vom Papst einberufen, um über Lehre, Disziplin und Kirchenleitung zu entscheiden; sie gehörten zu den maßgeblichsten Zusammenkünften der mittelalterlichen Christenheit. Ihre Beschlüsse prägten das Kirchenrecht und die alltägliche religiöse Praxis in ganz Europa. Bedeutende Beispiele sind das Erste Laterankonzil (1123), das das Wormser Konkordat bestätigte und damit den Investiturstreit beendete, sowie das Vierte (1215) unter Innozenz III., das die Transsubstantiation definierte, jährliche Beichte und Osterkommunion vorschrieb und weitreichende Reformen einleitete. Zwar war der Lateranpalast tatsächlich eine päpstliche Residenz, doch die Konzilien selbst waren beratende Synoden, keine königliche Versammlung und keine theologische Schule.