Mittelalter · Frage
Was ist die „Transsubstantiation“ (mittelalterliche christliche Lehre)?
Antwort
Brot und Wein werden zum Leib und Blut Christi
Der Hintergrund zur Antwort
Die mittelalterliche katholische Lehre besagte, dass bei den Konsekrationsworten des Priesters die zugrunde liegende Wirklichkeit (Substanz) von Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt wird, während deren sinnlich wahrnehmbare Eigenschaften (Geschmack, Aussehen) bleiben. Das ist eine reale, ontologische Verwandlung und nicht bloßer Symbolismus oder nur geistliche Gegenwart. Dogmatisch formuliert auf dem Vierten Laterankonzil (1215) und philosophisch von Thomas von Aquin mit der aristotelischen Lehre von Substanz und Akzidentien untermauert, prägte sie mittelalterliche Frömmigkeit und Liturgie (Erhöhung der Hostie, Fronleichnam, eucharistische Prozessionen) und wurde später den Positionen Zwinglis (Symbol), Calvins (geistliche Gegenwart) und der lutherischen Auffassung einer Gegenwart „in, mit und unter“ den Elementen gegenübergestellt.