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Mittelalter · Frage

Welcher Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ist mit dem Investiturstreit und dem Gang nach Canossa (1077) verbunden?

Antwort

Heinrich IV.

Der Hintergrund zur Antwort

Er geriet mit Papst Gregor VII. über die Laieninvestitur – das Recht weltlicher Herrscher, Bischöfe einzusetzen – in Konflikt. Exkommuniziert und von Aufständen im Reich bedroht, überquerte er im Winter die Alpen und stand 1077 barfuß im Schnee vor der Burg Canossa der Markgräfin Mathilde von Tuszien, um Absolution zu erbitten; dieser Bußgang stellte seine Stellung vorübergehend wieder her.

Der Investiturstreit veränderte die mittelalterliche Politik grundlegend, indem er die Trennung von geistlicher und weltlicher Gewalt schärfte. Im Reich befeuerte er den Bürgerkrieg und schwächte die königliche Autorität; europaweit stärkte er die moralischen Ansprüche des Papsttums. Der formale Kompromiss folgte später mit dem Wormser Konkordat (1122) unter seinem Sohn, das geistliche und weltliche Aspekte der Bischofseinsetzung trennte. „Nach Canossa gehen“ wurde danach zum Synonym politischer Demütigung – berühmt von Bismarck aufgegriffen.

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