Mittelalter · Frage
Wie heißt die mittelalterliche Zeremonie, bei der man mit gefalteten Händen in den Händen des Herrn die Treue schwört?
Antwort
Huldigung
Der Hintergrund zur Antwort
In der klassischen lehnsrechtlichen Zeremonie kniete der Vasall nieder und legte seine gefalteten Hände in die des Lehnsherrn, wobei er sich als dessen „Mann“ (von lat. homo) erklärte. Diese Handreichung symbolisierte persönliche Unterwerfung und Dienst im Austausch für Schutz und Land und markierte den Eintritt in das Lehensverhältnis. Nicht zu verwechseln mit dem Treueid, dem gewöhnlich anschließend, oft auf einer Bibel oder Reliquie, geleisteten Schwur. Die Investitur war die formale Belehnung, angezeigt durch Zeichen wie eine Urkunde oder eine Scholle Erde. Die Kommendation (commendatio) war eine ältere karolingische Schutzbindung, die spätere feudale Rituale prägte.