Mittelalter · Frage
Worauf wurde eine mittelalterliche Urkunde normalerweise geschrieben?
Antwort
Pergament
Der Hintergrund zur Antwort
Mittelalterliche Urkunden — formelle Aufzeichnungen über Schenkungen, Rechte oder Privilegien — wurden auf behandelter Tierhaut (Pergament) geschrieben, da sie zäh, langlebig und tintenfest war. Im Gegensatz zu fragilem Papyrus und löschbaren Wachstafeln, die eher für Entwürfe dienten, hielt Pergament dem Gebrauch und dem feuchten Klima Europas stand. Papier war zwar seit dem 12. Jahrhundert über die islamische Welt bekannt, setzte sich für dauerhafte Rechtsurkunden in Westeuropa jedoch erst deutlich später durch.
Schreiber in königlichen, bischöflichen und klösterlichen Kanzleien verfassten Urkunden auf Latein und beglaubigten sie mit anhängenden Wachssiegeln. Besonders geschätzt war Kalbspergament (Vellum), doch auch Schaf- oder Ziegenhaut war üblich; manche Blätter wurden mit passgenauen Kerbschnitten („indentures“) versehen, um Fälschungen zu erschweren. Dank dieses robusten Mediums sind tausende mittelalterliche Urkunden erhalten, die unser Wissen über Grundbesitz, Herrschaft und den juristischen Alltag tragen.