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Mittelalter · Frage

Was war ein Schreiber?

Antwort

Ein professioneller Kopist oder Schreiber

Der Hintergrund zur Antwort

Vor dem Buchdruck musste jeder Text von Hand geschrieben werden. Schreiber wurden darin ausgebildet, Bücher, Briefe, Urkunden und Rechnungen schnell und präzise zu vervielfältigen und beherrschten Schriften wie die karolingische Minuskel oder die gotische Schrift. Sie arbeiteten in Klöstern, Domschulen, königlichen Kanzleien und später in städtischen Werkstätten und sorgten dafür, dass Recht, Theologie und Literatur zirkulieren und bewahrt werden konnten.

Ihre Werkzeuge waren Federn, Eisengallustinte sowie Pergament oder Velin; sie zogen Linien auf den Seiten, korrigierten Fehler und hinterließen bisweilen witzige Kolophone. Illuminatoren – eigene Spezialisten – fügten Gold und Bilder hinzu, während Buch- und Schreibwarenhändler die Materialien lieferten. Dank dieser Arbeit haben viele antike und mittelalterliche Werke überlebt. Auch Frauen in Klöstern arbeiteten als Schreiberinnen. Mit dem Aufkommen des Buchdrucks im 15. Jahrhundert wandelte sich die Buchproduktion, doch über Jahrhunderte waren diese Handwerker das Rückgrat der Schriftkultur.

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