Mittelalter · Frage
Wie nennt man das mittelalterliche System, bei dem Waren ohne Geld getauscht werden?
Antwort
Tauschhandel
Der Hintergrund zur Antwort
Das bezeichnet den direkten Austausch von Waren oder Dienstleistungen ohne Geld. In weiten Teilen des mittelalterlichen Europas waren Münzen knapp und uneinheitlich geprägt; Bauern und Stadtbewohner tauschten daher oft Getreide gegen Werkzeuge, Wolle gegen Salz oder einen Arbeitstag gegen Pacht. Grundherren zogen Abgaben häufig in Naturalien ein, und auf lokalen Märkten wurden Konten im Gedächtnis oder mit Kerbhölzern geführt. Große Messen und der Fernhandel nutzten hingegen zunehmend Münzen, Kredit und Wechsel, doch der Dorfalltag stützte sich auf solchen geldlosen Tausch. Feudalismus bezeichnet die politisch‑militärische Ordnung von Herren und Vasallen, Grundherrschaft die Bewirtschaftung der Güter – beides benennt nicht den eigentlichen Warentausch.