Mittelalter · Frage
Was waren 'villeins' im mittelalterlichen England?
Antwort
unfreie Bauern/Leibeigene
Der Hintergrund zur Antwort
Villeins waren rechtlich an die Grundherrschaft eines Herrenhofs gebundene ländliche Hintersassen. Sie schuldeten feste Frondienste auf dem Herrenland (regelmäßige Wochenfronen und zusätzliche Erntefrohnen) sowie Abgaben und Bußen und brauchten oft die Erlaubnis des Herrn, um zu heiraten, wegzuziehen oder wertvolle Güter zu verkaufen. Ihr Status war erblich und eingeschränkt, doch sie bewirtschafteten gewohnheitsrechtliche Parzellen und wurden — zumindest theoretisch — durch das Hofgericht und lokales Gewohnheitsrecht geschützt, was sie sowohl von Sklaven als auch von völlig freien Bauern unterschied. Nach dem Schwarzen Tod (1348/49) wurden viele Pflichten in Geldrenten umgewandelt, was das System aushöhlte und soziale Spannungen schürte, die zum Bauernaufstand von 1381 beitrugen. Der Begriff geht auf das lateinische villanus, „Mann des Gutes“, zurück und entwickelte sich im Englischen später zu „villain“.